05.12.2018

USB Stick mit EFI-Partition entsperren

Wenn sich mal wieder ein USB-Stick partout nicht einlesen, aktivieren oder gar formatieren lässt, kann dies an der drauf existierenden EFI-Partition liegen. So geschehen z.B. beim Bespielen mit Linux Mint 18.1.


EFI kann ein Segen sein oder ein Fluch. In meinem Fall eher letzteres, denn die USB-Sticks mit einer veralteten Linux Mint Version lassen sich scheinbar schlecht anderweitig verwenden. Weder die “Datenträgerverwaltung” unter Windows 10, noch das “Festplattendienstprogramm” unter MacOS erlauben einen Zugriff.

Während Windows gar nichts meldet, zeigt der Mac wenigstens den Dialog zur Standardbehandlung eines Unbekannten Datenträgers.

Dialog zur Behandlung unbekannter Datenträger

Mist. Was nun?

Unerkannter Datenträger

OK, das Festplattendienstprogramm erkennt zwar den Datenträger als “disk2s2”, lässt sich aber zum Verrecken nicht überzeugen ihn auch zu löschen.

Formatieren bzw. löschen Fehler beim Löschen von EFI-Partitionen

Schauen wir uns einmal die Situation im Terminal an.

$ diskutil list
/dev/disk0 (internal):
   #:                       TYPE NAME                    SIZE       IDENTIFIER
   0:      GUID_partition_scheme                         500.3 GB   disk0
   1:                        EFI EFI                     314.6 MB   disk0s1
   2:                 Apple_APFS Container disk1         500.0 GB   disk0s2

/dev/disk1 (synthesized):
   #:                       TYPE NAME                    SIZE       IDENTIFIER
   0:      APFS Container Scheme -                      +500.0 GB   disk1
								 Physical Store disk0s2
   1:                APFS Volume Macintosh HD            190.7 GB   disk1s1
   2:                APFS Volume Preboot                 45.8 MB    disk1s2
   3:                APFS Volume Recovery                512.4 MB   disk1s3
   4:                APFS Volume VM                      6.4 GB     disk1s4

/dev/disk2 (external, physical):
   #:                       TYPE NAME                    SIZE       IDENTIFIER
   0:     Apple_partition_scheme                        *16.0 GB    disk2
   1:        Apple_partition_map                         4.1 KB     disk2s1
   2:                  Apple_HFS                         2.4 MB     disk2s2

Hier sieht man, dass naben dem 500 GB Mac Harddrive “Macintosh HD” noch eine andere externe Disk unter /dev/disk2 vorhanden ist. Diese hat keinen Namen und genau 16 GB. Da sonst keine weiteren Datenträger angeschlossen sind, muss es sich also um meinen vermissten INTENSO USB-Stick handeln.

Ich habe das Gefühl, dass hier andere Kaliber angesagt sind…

Zeit für dd

Technisch überschreibt dd den Datenträger mit dem Inhalt einer beliebigen Datei. Praktisch, wenn diese Datei ein Abbild eines Betriebssystems ist. Glücklicherweise habe jede Menge dieser Images bereits heruntergeladen. Eines davon ist ein älteres GRML Linux mit gerade mal 152 MB.

Achtung! Bei der Angabe des Parameters of= muss man dringend aufpassen, dass die richtige Disk angegeben wird. Hier ist es /dev/disk2. Auf keinen Fall darf man sich hier vertippen, andernfalls sind die Daten der Hauptfestplatte für immer weg!
$ sudo dd if=~/tmp/grml32-small_2012.05.iso of=/dev/disk2 bs=20m
Password: ***
7+1 records in
7+1 records out
152305664 bytes transferred in 21.284257 secs (7155790 bytes/sec)

Fertig. Das Festplattendienstprogramm des Mac zeigt sofort einen anderen Datenträger.

GRML Image auf dem Datenträger

Aber dabei soll’s ja nicht bleiben. Ich möchte den Zugriff auf die Partition zurückerhalten und den Stick mit meinen eigenen Daten neu bespielen. Also wird der Datenträger sofort wieder gelöscht.

Erneut formatieren bzw. löschen Erfolg beim Löschen des GRML Abbilds

Aha! Geht doch. Der Stick lässt sich tatsächlich wieder zum Leben erwecken.

Ziel Erreicht: Datenträger ist leer

Das Ergebnis ist genau das, was ich sehen wollte: Ein leerer Datenträger.


Alternativ existieren natürlich auch Lösungen, die GParted einsetzen. Aber mein plumer Versuch ein VirtualBox mit GParted zu booten, um dann den USB Stick dort einzuhängen ist kläglich gescheitert. Mein Umweg über dd braucht keine extra Virtualisierungssoftware.

Läuft.


05.12.2018

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