Die vergangegen Updates von MacOS verursachten bisher keine Problme. Ich machte mir nie Sorgen, dass der Mac mal streikt - schließlich lief immer alles zuverlässig. Schöner Traum, oder nicht? Mit dem jüngsten Update 10.15.2 für Mac wurde ich endlich wachgerüttelt.

Mein Mac hat das Update wie gewohnt per Notification angemeldet. Und wie üblich habe ich das zunächst einmal hinausgezögert. Tage später habe ich aber dann doch den Entschluss gefasst das Update einzuspielen, dabei alle laufenden Apps geschlossen und neu gestartet. MacOS hat das Update bereits zuvor auf die Platte geladen und so hätte ein Reboot das Thema schnell beenden können… hätte.

Nun passieren leider Dinge unter MacOS, die nicht einfach zu erklären sind. Meistens liegt es an der Art, wie offen Apple mit Problemen umgeht. Während des Startups sieht man nämlich keine Anzeichen, dass etwas schieflaufen kann. Wenn also etwas schiefläuft, dann wohl gründlich.

MacOS hängt bei 80%

In meinem Fall war das Update 2 Stunden nach dem Reboot gerademal bei ca 80%. Das unwohlige Gefühl stieg in mir hoch, dass da etwas klemmen könnte. Und tatsächlich, selbst nach 3 Stunden hatte das Gerät keinen Fortschritt gemacht.

OK, was tun? Vielleicht klemmt es irgendwo, doch was könnte ein Update verhindern?

Ich habe immer mal wieder ein stockendes WLAN… Also war meine erste Idee das WLAN im Mac abzuklemmen. Doch während eines Startups ist nichts zum Deaktivieren, nicht einmal ein Icon zum Draufschauen ist zu sehen. Also habe ich das gesamte WLAN, mit dem sich der Mac für gewöhnlich verbindet, kurzerhand ausgeschaltet. Kurz warten und… Nichts. Nachdem ich also weitere 10 Minuten auf den Fortschrittsbalken geschielt hatte, entschloss ich mich ins Bett zu gehen, denn es war izwischen schon Nacht geworden. Kurz vor Mitternacht wollte ich nicht noch Blickduell mit meinem Rechner spielen.

Kurz nach 6 Uhr morgens habe ich mich zum Notebook geschlichen und gecheckt, ob da beim Update endlich ein Ende ich Sicht war. Doch, nada. Nach über 9 Stunden musste ich frustriert akzeptieren, dass ich am Ende meiner Geduld angelangt bin. Schweren Herzens musste ich einsehen, dass das Gerät tatsächlich regungslos war und nur noch durch einen Hardreset zum Fortschritt gebracht werden konnte… könnte. Denn ein Reset während des Updates ist das allerletzte was man machen sollte.

Nachdem ich mit geschlossenen Augen und gekreuzten Fingern den Power-Knopf des Macbooks gedrückt hatte, bootete es erneut. Ich war erleichtert, dass es sich an meinen Loginnamen erinnerte und mich aufforderte mein Passwort einzugeben. Ich dachte: Jetzt wird alles gut.

Doch das Macbook erstickte meine verfrühte Erleicherung im Keim als es wieder bei 80% stecken blieb. Diesmal wollte ich aber keine 9 Stunden hoffnungsloses Warten hinnehmen, also habe ich grummelnd sofort wieder ausgeschaltet.

Einmal tief durchatmen. Kaffee machen. Während der Kaffee durchlief (besser als das Update), dachte ich schon darüber nach welche Daten ich auf meinem Mac verlieren würde, wenn ich das Notebook zur Reparatur wegschicken müsste. Und vor allem wann ich Zeit dazu finden würde. Zum Glück habe ich die meisten Daten auf dem NAS gespeichert. Auch die aktuellen Projekte sind up-to-date auf dem selbigen gesichert. Aber eben nicht alles. Ärgerlich, aber was soll’s. Jetzt ist es zu spät zum Jammern.

Wieder am Notebook, hat sich nicht nur der Kaffe abgekühlt. Auch ich wurde ruhiger. Ich schaltete das Macbook ohne irgendwelche Erwartungen ein und da passierte es, das Wunder, die unerwartete Anomalie der Datenverarbeitung - Der Rechner begann bis dato unbekannte Informationen auszugeben. Unter dem sonst einsamen Fortschrittbalken erschien “Noch ungefähr 9 Minuten…”. Hoffnung keimte in mir auf und blieb nur solange erhalten, bis der Rechner den Text wieder entfernte.

War da gerade was? War ich etwa noch zu müde, um klar zu sehen? Ich hab doch da eine Ansage gelesen… Da ist doch Bewegung drin. Da passiert doch etwas!

Nach einer halben Minute, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, erschien der Bote der Erleichterung erneut: “Noch ungefähr 7 Minuten…” Gespannt, als hätte es nicht gerade noch Weihnachten gegeben, schaute ich die folgenden 10 Minuten der virtuellen Anzeige zu, wie sie den Fortschritt verhieß und das Ende ankündigte.

Noch ungefähr 6 Minuten…

Noch ungefähr 5 Minuten…

Noch ungefähr 4 Minuten…

Noch ungefähr 3 Minuten…

Noch ungefähr 2 Minuten…

Noch ungefähr eine Minute…

Weniger als eine Minute verbleibend…

Endlich. Überstanden.

MacOS 10.15.2

Lessons Learned

Ich behaupte mal, ich hatte Pech. Geräte können nun mal kaputt gehen. Das hätte ich aber eigentlich wissen müssen und alles vorbereiten sollen, damit der Verlußt im Falle des Falles nicht allzugroß ist. Dann habe ich realisiert, dass ich mehr Glück als Verstand hatte und sich nun die Beziehung zwischen mir und meinem Notebook grundlegend ändern musste.

Als erstes werden alle Daten, die sicherungswürdig sind, konsequent auf dem NAS gesichert. Dann kümmere ich mich um mein Time Machine Setup. Ich hatte dies schon mal, habe aber seit dem Zukauf des NAS auf Time Machine sträflich verzichtet. Schlußendlich werden alle Vendor-Locks aufgelöst, beginnend mit “Mail”. Es kann nicht sein, dass ich mich so sehr auf ein einziges Produkt einschieße, wie Mail, während ich, zumindest in der Theorie, jedem Betriebssystem etwas abgewinnen kann. Somit sei es beschlossen: Die Kiste wird nicht mehr als Arbeitumgebung UND Storage verwendet. Stattdessen strebe ich an das Teil jederzeit wechseln zu können.

comments powered by Disqus